Wer war Adolph Kolping?
Ein Sozialreformer der ersten Stunde, einer der erfolgreichsten
katholischen Publizisten des 19. Jahrhunderts und volksnaher Seelsorger -
so lässt sich Adolph Kolping kennzeichnen, der auch als "Gesellenvater"
bis in unsere Zeit bekannt ist.
Als 4. Kind eines Schäfers, 25 km von Köln entfernt in Kerpen geboren,
wächst Adolph Kolping in sehr bescheidenen Verhältnissen auf und erlernt
das Schuhmacherhandwerk. Zehn Jahre arbeitet er in diesem Beruf, ringt
aber mit der Entscheidung, sein bisheriges Leben aufzugeben und Priester
zu werden.
Im Alter von 23 Jahren wagt er den ungewöhnlichen Schritt. Nach
Gymnasium und Theologiestudium empfängt er am 13. April 1845 in der
Kölner Minoritenkirche die Priesterweihe. Als Kaplan in Wuppertal lernt
er den von Johann Gregor Breuer gegründeten Gesellenverein kennen und
wird 1847 dessen Präses. In diesem Zusammenschluss von Gleichgesinnten
erkennt Kolping ein geeignetes Mittel zur Bewältigung persönlicher Nöte
und sozialer Probleme.
Er lässt sich nach Köln versetzen, wo er am 06.Mai 1849 den katholischen
Gesellenverein gründet. Hier findet Kolping seine eigentliche
Lebensaufgabe. In seinen Gesellenvereinen will Kolping jungen Menschen
in bedrängter Situation Hilfestellung leisten. Hier erleben sie
Gemeinschaft und Geborgenheit, allgemeine, berufsbezogene und religiöse
Bildung, ergänzt durch geselliges Miteinander. Sozialer Wandel durch
Veränderung des Menschen – so lässt sich Kolpings Anliegen
zusammenfassend kennzeichnen.
Innerhalb weniger Jahre gelingen ihm zahlreiche Neugründungen. Die ersten Vereine schließen sich 1850 zum Verband zusammen. Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1865 entstehen mehr als 400 Gesellenvereine in Deutschland und vielen Ländern Europas. Damit ist Kolping ein Initiator der katholischen Sozialbewegung und Wegbereiter der katholischen Soziallehre. 1991 wird er durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
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